Schulden erben – ist das möglich?



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Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu verschulden oder zu überschulden. Hierzu gehören vor allem Kredite, nicht bezahlte Rechnungen oder Dienstleistungen oder Schulden aus Scheidungen. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten in die Schuldenfalle zu geraten. Hierzu gehört unter anderem auch das Erben von Schulden. Ja, es ist möglich. Schulden können vererbt werden. Besonders problematisch ist dieser Fakt, wenn zwischen dem Erbenden und dem Vererbenden schon seit Jahren oder Jahrzehnten kein Kontakt mehr bestand. Denn die Schulden von einem geliebten Verwandten zu übernehmen ist zwar ärgerlich genug aber die Schulden von einem Verwandten zu übernehmen, mit dem man eigentlich gar nichts mehr zu tun hat, ist mehr als ärgerlich. Besonders wenn es sich um sehr hohe Summen handelt.

Ganz wichtig: Frist einhalten

Kommt es nun zu dem Fall, dass man ein überschuldetes Erbe zugesprochen bekommen soll, so bleiben dem Erbenden 6 Wochen Zeit, dieses überschuldete Erbe auszuschlagen. Diese Frist beginnt nicht automatisch mit dem Todeszeitpunkt des Vererbenden auszulaufen, sondern mit dem Zeitpunkt, ab dem der Erbende weiß, dass und warum er Erbe geworden ist. Der verzögerte Fristbeginn ist vor allem damit zu erklären, dass Verwandte im höheren Alter oftmals gar keinen Kontakt mehr zueinander haben und dementsprechend auch teils erst viel später vom Tod des Verwandten erfahren. Ist diese Frist jedoch abgelaufen, besteht unter normalen Umständen keine Möglichkeit mehr, das Erbe auszuschlagen. Sei es noch so überschuldet. Jedoch gibt es auch hierfür Ausnahmen.

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Frist ist abgelaufen – was tun?

Wie schon beschrieben, gibt es unter normalen Umständen nun keine Möglichkeit mehr, die Schulden auszuschlagen. Ein möglicher Anfechtungsgrund ist jedoch, eine verspätete Feststellung der Überschuldung. Denn oftmals kommunizieren Verwandte untereinander nicht die eigenen finanziellen Situationen. Dementsprechend wird auch im ersten Moment nicht davon ausgegangen, dass ein verstorbenes Familienmitglied überschuldet war. Auf den ersten Blick erbt man ein Haus, Autos oder andere Wertgegenstände. Die Schulden aus Krediten (Kreditschulden) oder ausstehenden Rechnungen bleiben zunächst im Verborgenen oder Gläubiger melden sich erst verspätet (Schulden verjähren in der Regel nach 3 bis 30 Jahren). Stellt sich nun heraus, dass der Vererbende (auch Erblasser genannt) überschuldet war, und das nach der 6-Wochen-Frist), so besteht die Möglichkeit der Anfechtung des Erbes.

Tipp: Es ist zu empfehlen, unmittelbar nach der Ankündigung eines Erbes, zu prüfen, wie die genauen Vermögensumstände des Erblassers aussehen. Bleiben Schulden trotz einer ausgehenden Prüfung im Verborgenen, so kann das Erbe immer noch später angefechtet werden.

Kann man die Schulden vom Erbe “ausklammern”?

Nein. Entweder man erbt alles oder nichts. Hiervon ausgeschlossen sind natürlich persönliche Gegenstände wie beispielsweise Fotos. In der Regel kommt es daher oftmals vor dem Tod eines Verwandten schon zu Schenkungen oder Überschreibungen von Immobilien oder sonstigen wertvollen Gegenständen. Unter anderem auch, um der Erbschaftssteuer zu entgehen, welche nach bestimmten Freibeträgen (siehe hier) anfällt. In besonders komplizierten Fällen sollte eventuell mit einer Schuldnerberatung in Berlin gesprochen werden. Die Erstberatungen sind hier meist kostenfrei.

Wenn nun alle das Erbe ausschlagen, geht es an den Staat. Die Gläubiger bleiben jedoch meist auf den Schulden des Verstorbenen sitzen. Um den verwertbaren Nachlass kümmert sich ein sogenannter Nachlassverwalter.

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