Armut im Alter greift weiter um sich



Paritaetischer-Wohlfahrtsverband

Eine neue Studie des Paritätischen Wohlfahrtverbands sorgt derzeit nicht nur bei den Rentnern für Unruhe. Neben mangelnder Bildung und Ausbildung ist vor allem Langzeitarbeitslosigkeit ein Grund für den Abstieg in die Armut. Ein sinkendes Rentenniveau und eine allenfalls stagnierende private Zusatzversicherung sind weitere Faktoren, warum vor allem immer mehr Rentner Angst vor der Altersarmut haben. Geht es nach dem Wohlfahrtsverband, ist die Politik mehr denn je gefordert, aktiv zu werden. Sonst dürfte vielen Rentnern schon bald nur noch der Weg zur Schuldenberatung bleiben.

Altersarmut als Problem der ganzen Gesellschaft

Geht es nach dem Paritätischen Gesamtverband, dann sind Reformen dringend erforderlich, um nicht schon bald von einer Lawine der Altersarmut überrollt zu werden. Auf der Basis des Berichts zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland aus dem Jahr 2014 geht man davon aus, dass die Armutsquote unter den Rentnern aus dem Jahr 2013 mit 15,2 Prozent in den kommenden Jahren erheblich zunehmen dürfte. Schon seit dem Jahr 2006 ist ein starker Anstieg um rund 48 Prozent zu verzeichnen.

Eingreifen der Politik erforderlich

Der Trend dürfte weiterhin in die gleiche Richtung gehen, denn spätestens im Jahr 2015 soll der Anteil der Rentner in Armut über dem Anteil an der gesamtdeutschen Bevölkerung liegen. Die Gründe dafür sind in einem sinkenden Rentenniveau und in einer nur konstanten Zusatzversicherung im privaten und im betrieblichen Bereich zu finden. Nach europäischer Definition leben Menschen in Armut, wenn in Einkommen unter 60 Prozent des Durchschnittseinkommens beträgt. Diese Armutsschwelle betrug im Jahr 2013 für einen Singlehaushalt 892 Euro monatlich. Vor diesem Hintergrund sei ein Eingreifen der Politik dringend erforderlich.

Unterstützung durch Schuldnerberatung erforderlich

Ob es die dringend nötigen Reformen in absehbarer Zeit geben wird, bleibt abzuwarten. Natürlich besteht die Möglichkeit, die Altersgrundsicherung aufzustocken und Freibetragsregelungen zu lockern. Nur so ist sichergestellt, dass sich kleine Renten überhaupt noch bezahlt machen könnten. Doch wenn die Entwicklung in den nächsten Jahren in dieser Richtung fortschreitet, dürfte auf Dauer gerade für die ältere Generation häufig nur noch der Weg zur Schuldnerberatung bleiben. Wenn es nicht gelingt, die laufenden Kosten für Miete und Lebensunterhalt im Alter zu tragen und wenn mit dem Beginn des Rentenalters sogar Schulden zu tilgen sind, die die Schuldnerberatung häufig der einzige Ausweg.

Sie rechtzeitig einzuschalten, ist allerdings einzig und allein der Verantwortung der Betroffenen zuzuschreiben. Wenn Handlungsbedarf rechtzeitig festgestellt wird und wenn konkrete Maßnahmen von Fachleuten getroffen werden, um einen Schuldenerlass auszuhandeln oder um die schrittweise Rückzahlung von Schulden leichter zu ermöglichen, mag Aussicht darauf bestehen, die finanzielle Situation der alten Menschen zu erleichtern. Anderenfalls dürften auch die Finanzexperten der Schuldnerberatung schnell an die Grenzen ihrer Kompetenz geraten. Gerade deshalb ist es auch für die Angehörigen wichtig zu wissen, dass eine Schuldnerberatung unbedingt frühzeitig involviert werden muss.

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