Elternunterhalt – wenn Kinder in die Pflicht genommen werden

Elternunterhalt – wenn Kinder in die Pflicht genommen werdenWerden Kinder urplötzlich zur Zahlung von Elternunterhalt herangezogen, macht sich ein Gefühl von Ungerechtigkeit breit. Schließlich müssen sie sich ihren Lebensunterhalt hart erarbeiten. Darüber hinaus vertreten einige Kinder die Ansicht, dass ihre Eltern die Fürsorgepflicht nicht zu hundert Prozent ausgeübt haben und eine derartige Unterstützung daher ungerechtfertigt erscheint. Dadurch akzeptieren sie nur schwer, dass ihre Eltern ihre Hilfe wirklich brauchen.

Eltern müssen sich selbst versorgen können

In der Regel müssen Eltern genügend finanzielle Ressourcen besitzen, um ihre Existenz abzusichern. Ist die finanzielle Existenz in Gefahr, werden Kinder nur dann zu Unterhaltszahlungen verpflichtet, wenn sie über ausreichend finanzielle Mittel verfügen. Bevor sie jedoch zur Zahlung herangezogen werden, muss sichergestellt werden, dass ihre Eltern sämtliche finanzielle Kapazitäten ausgeschöpft haben. In dem Fall dürfen sie maximal 2.600 Euro ihr eigenes Vermögen nennen. Bei Besitz eines Eigenheims muss dieses nicht verkauft werden, wenn Angehörige oder man selbst darin lebt.

Einkommen entscheidet über Höhe des Unterhalts

Hinsichtlich der Frage, wie viel Elternunterhalt gezahlt werden muss, prüft das Sozialamt im Vorfeld die Einkommensverhältnisse der Kinder. Hierbei spielt insbesondere das bereinigte Nettoeinkommen eine wichtige Rolle. Regelmäßige Belastungen, wie etwa Mieten oder die Tilgungsraten eines Eigenheims zählen nicht dazu und werden vor Festlegung des Nettoeinkommens herausgerechnet. Darüber hinaus haben Kinder auch einen Anspruch auf Mindestselbstbehalt, der ebenso vom bereinigten Nettoeinkommen abgezogen wird. Während Alleinstehenden ein Selbstbehalt von 1.800 Euro zusteht, haben Ehepartner einen Anspruch auf 1.440 Euro.

Beispiel für die Berechnung des Elternunterhalts

Beträgt das bereinigte Nettoeinkommen 2.900 Euro, wird zunächst der Selbstbehalt des Alleinstehenden in Höhe von 1.800 Euro abgezogen. Somit können 1.100 Euro zur Zahlung des Elternunterhalts verwendet werden. In der Regel verlangt das Sozialamt 50 Prozent des zur Verfügung stehenden Einkommens. Somit muss der alleinstehende Sohn 550 Euro als Elternunterhalt an das Sozialamt zahlen.

Bei Verletzung der Fürsorgepflicht kein Elternunterhalt

Sofern Eltern ihren Kindern gegenüber handgreiflich geworden sind oder sie in die Obhut von Pflegeeltern gegeben haben, müssen die Kinder nicht zum Elternunterhalt verpflichtet werden. Anders gestaltet sich der Sachverhalt, wenn das Kind unzureichend bzw. verspätet versorgt wurde. In dem Fall müssen die Kinder teilweise oder ganz für den Elternunterhalt aufkommen.

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